I Die Masken
Habt Erbarmen mit diesen Jahrhunderten und mit denen, die glücklich
oder geschunden sie überlebten; was wir nicht schafften,
war niemandes Schuld, es fehlte am Stahl,
wir verbrauchten ihn für so viel nutzlose Zerstörung,
für die Bilanz besagt dies alles nichts:
Die Jahre litten an Pusteln und Kriegen,
hinfällige Jahre, wo die Hoffnung
auf dem Grund der feindlichen Flaschen zitterte.
Na schön, reden wir also mal, oder manchmal,
mit einer Schwalbe, sa daß niemand lauscht:
ich schäme mich, wir haben die Scheu von Witwern:
es starb die Wahrheit, sie ist verweist in so viel Gräbern:
erinnern wir uns lieber an das, was geschehen wird:
im großen Hochzeitsjahr gibt es keine Geschlagenen:
setzen wir uns doch alle Siegermasken auf.
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Das gelbe Herz
El corazón amarillo (1974, posthum)
Rätsel für Ruhelose
An irgendeinem Tag des kommenden Jahres
finde ich gewiß eine andere Uhrzeit,
Zeit, der´s die Haare forschwemmt,
Zeit, die nie mehr verrinnt:
als springe an dem Punkt sie entzwei
und öffne ein Fenster, einen Spalt,
dadurch wir gelangen zum Grund.
Gut, der Tag, die bewußte Stunde
wird kommen und macht alles anders:
unklar fortan, ob gestern vorüber
oder ob, was wiederkehrt, nie geschehen.
Fällt eine Stunde dann von der Uhr
zu Boden und hebt niemand sie auf,
haben wir endlich vertäut die Zeit,
wissen wir endlich, wo beginnen
und, ach, wo enden die Geschicke,
denn im toten, im erloschnen Brocken
erkennen wir den Baustoff der Stunden,
wie man ein Insektenbein erkennt.
Dann haben wir die satanische Macht,
die Stunden zurückzudrehn oder vor:
zu fahren zur Geburt oder zum Tode,
ein dem Unendlichen entwendeter Motor.
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