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Der große Gesang
Canto general (1950)

Aufständisches Amerika

Unsere Erde, endlose Erde, Einsamkeiten
bevölkerte sich mit Geraun, Armen und
Mündern.

Eine verschwiegene Silbe begann zu lohen,
die geheime Rose zusammenrufend,
bis die Grassteppen bebten,
von Metallen überzogen und Pferdegalopp.

Wie ein Pflugschar hart war die Wahrheit.
Aufbrach sie die Erde, gründete das Verlangen,
versenkte ihre keimträchtigen Lehren
und trat im heimlichen Frühling ans Licht.
Zum Schweigen gebracht ward ihr Blühen,
zurückgewiesen
ihr Bund der Helle, gekämpft
der verborgenen Banner,
doch, die Wände zerbrechend, brach sie hervor,
die Boden von Kerkern befreiend.

Das dunkelhäutige Volk war ihr Gefäß,
es empfing die zurückgewiesene
Lebenssubstanz,
verbreitete sie an den Meeresgrenzen,
stieß sie in unbändigen Mörsern klein.
Und es trat mit den gehämmerten Seiten
und mit dem Frühling hinaus auf den Weg.

Stunde des Gestern, Mittagsstunde,
heutige Stunde wieder, Stunde zwischen der
toten
Minute und der, die ersteht, erwartet
in der stachligen Ära der Lüge.

Vaterland, du wurdest von Holzfällern erschaffen,
von unbenannten Söhnen, von Tischlern,
von ihnen, die, gleich einem seltsamen Vogel,
einen Tropfen beflügelten Bluts dir gaben,
und heute erstehst du von neuem in Härte,
und dorther, wo Verräter und Kerkermeister
versunken dich wähnen für immer.

Heute wie damals gehst du aus dem Volk hervor.

Heut kommst du aus der Kohle und dem Tau
der Nacht.
Heute wirst du aufrütteln die Tore
mit misshandelten Händen, mit Splittern
überlebender Seele, mit Bündeln
von Blicken, die nicht ausrottete der Tod,
mit zornigem Werkzeug
bewehrt unter den Lumpen.

# IV Die Befreier #

Die Feinde

Sie kamen hierher und brachten, pulvergefüllt,
die Gewehre, sie befahlen die grausame Vernichtung,
sie fanden ein Volk hier, das sang,
ein Volk, in Pflicht und Liebe vereint,
und das schlanke Mädchen, es fiel mit seiner Fahne,
und der lächelnde Jüngling glitt nieder an ihrer Seite, verwundet,
und des Volkes Entsetzen sah die Toten niederbrechen
in Zorn und Schmerz<.br> Da senkten sich
auf die Stelle, wo die Ermordeten
fielen, die Fahnen nieder, mit Blut sich zu tränken,
um sich aufzuschwingen erneut im Angesicht der Mörder.

Im Namen dieser Toten, unserer Toten,
fordre ich Strafe.

Für sie, die mit Blut die Heimaterde befleckten,
fordre ich Strafe.

Für den Henker, der dieses Sterben befahl,
fordre ich Strafe.

Für den Verräter, der aufstieg zur Macht durch dieses Verbrechen,
fordre ich Strafe.

Für den, der den Todesbefehl gab,
fordre ich Strafe.

Für alle, die diese Untat verteidigt,
fordre ich Strafe.

Ich will nicht, daß sie die Hand mir reichen
naß von unserem Blut.
Ich fordere Strafe.
Ich will sie nicht sehen als Gesandte
noch ruhig in ihrem Heim,
hier will ich sie sehen, gerichtet,
auf diesem Platz, an dieser Stelle.

Strafe will ich.

# V Der verratene Kampfplatz #

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