Allmählich und auch rasch
geschah mir das Leben
und wie geringfügig ist diese Sache:
diese Venen hier trugen
mein Blut, das ich selten sah,
ich atmete die Luft der Regionen
ohne auch nur ein Muster von einer mir zu bewahren
und letzten Endes wissen es alle schon:
keiner trägt von seiner Habe was mit sich
und das Leben war ein Darlehen von Knochen.
Das Schöne war, man lernte sich nicht zu sättigen
an Traurigkeit noch an Freude,
das Vielleicht eines letzten Tropfens zu erhoffen,
mehr an Honig zu verlangen und an Finsternis.
Vielleicht wurde ich bestraft:
vielleicht wurde ich verdammt glücklich zu sein.
Hier sei festgehalten: keiner
ging mir vorüber ohne an mir teilzunehmen.
Und der den Löffel eintauchte, bis zum Ellenbogen
in ein Mißgeschick, das nicht das meine war,
in das Leiden der andern.
Es handelte sich nicht um Palmenzweig oder Partei
sondern um ein geringes: nicht leben
zu können noch zu atmen mit diesem Schatten,
mit diesem Schatten der Anderern als Türme,
als bittere Bäume, die einen begraben,
als Steinschläge gegen die Knie.
Deine eigene Wunde heilt mit Tränen,
deine eigene Wunde heilt mit Gesang,
an deiner selben Tür aber verblutet
die Witwe, der Indio, der Arme, der Fischer,
und der Sohn des Bergmanns erkennt
seinen Vater unter so vielen Brandwunden nicht.
Nun gut, mein Geschäft aber
war
die Fülle der Seele:
ein Oh der Lust, die dir die Luft abschneidet,
ein Seufzer einer abgerissenen Pflanze
oder die Vielfalt des Handelns.
Mir gefiel es mit dem Morgen zu wachsen,
mich vollzusaugen in der Sonne, im vollen Glück
der Sonne, des Salzes, des Meereslichts und der Welle,
und in dieser Entfaltung des Wogenschaums
gründete mein Herz seine Bewegung:
mit dem tiefen Paroxysmus zu wachsen
und sich in den Sand ergießend zu sterben.
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Das Gedächtnis
Ich muß mich an alles erinnern,
die Splitter einsammeln, die Fäden
der zerlumpten Begebenheit
und Meter um Meter der Behausungen, die langen Strecken des Zuges,
die Oberfläche des Schmerzes.
Ginge mir ein Rosenstock verloren
und ich verwechselte Nacht mit Hase
oder mir stürzte sogar
eine ganze Wand meines Gedächtnisses ein,
dann müßte ich von neuem die Luft erschaffen,
den Dampf, die Erde, die Blätter,
das Haar und auch die Ziegel,
die Dornen die mich festnageln,
die Geschwindigkeit der Flucht.
Habt Erbarmen mit dem Dichter.
Immer vergaß ich voller Gier
und in diese Hände, die ich hatte
paßten einzig ungreifbare Dinge
die man nicht berühren kann,
die man vergleichen konnteybr>
wenn sie schon nicht mehr existierten.
Es war der Rauch wie ein Aron,
es war das Aron wie der Rauch,
die Haut eines Leibes der schlief
und der erwachte bei meinen Küssen,
aber verlangt nicht das Datum von mir
nicht den Namen des was ich träumte,
ich kann den Weg nicht ermessen
der vielleicht kein Land hat
oder jene Wahrheit, die ich tauschte
die am Tage vielleicht erlosch
und dann irrendes Licht war
wie ein Johanniswürmchen in der Nacht.
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Tod den Unterirdischen! verfügte ich.
Wie lange noch sich betrügen mit verschlossenem Gesicht,
mit Augen dem Nichtsehen zu, dem Schlafen zu.
Nichts anderes ist notwendig als dasein,
und dasein ist im Licht, dasein ist gesehen werden
und ansehn, dasein ist berühren und entdecken.
Nieder mit allem, was nicht Blüte trägt!
Zu nichts diesenen die Wurzeln allein!
Man soll nicht leben, indem man annagt
den unterirdischen Stein
noch das ertrunkene
Kristall
der Nacht:
wachsen muß man und wehen lassen die Flagge,
Feuer entfachen auf der Insel,
und übereinstimmen muß
der schlummernde Seemann,
erwachen
und Antwort geben
der jähen Flamme,
die dort erwuchs an der bis zur Stunde finsteren Küste:
sie ging aus dem leuchtenden Erbe hervor,
von Verbundenheit zum Fundament,
auf daß es keine Finsternis gibt und wir ganz da sind:
da sind mit anderen Männern und Frauen:
bei vollem Licht wir lieben,
in offner Liebe sieht man uns und daran finden wir Gefallen:
ohne Verschweigen ist das wahre Leben.
Der Tod allein bleibt stumm.
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Die Wahrheit
Euch liebe ich, Idealismus und Realismus,
wie Wasser und Stein,
ihr seid
Teile der Welt,
Licht und Wurzel vom Baum des Lebens,
Schließt mir nicht die Augen,
selbst nicht nach dem Tode,
ich brauche sie noch immer um zu lernen,
um zu betrachten, zu begreifen meinen Tod.
Ich brauche meinen Mund
um, wenn ich nicht mehr da bin, auch zu singen.
Und mein Herz und meine Hände, meinen Leib
um dir zu folgen, in Liebe, Geliebte.
Ich weiß, es kann nicht sein, doch will ich es.
Ich liebe was nur Träume hat.
Ich habe einen Garten voller Blumen, die nicht existieren.
Ich bin entschieden triangular.
Ich vermiß noch immer meine Ohren,
jedoch ich wickelte sie ein, um
in einem Flußhafen im Innern
der Republik Malagueta sie zu lassen.
Ich vermag die Vernunft nicht mehr auf meiner Schulter zu tragen.
Ich möchte das tägliche Meer erfinden.
Da kam einmal, mich zu sehen,
ein großer Maler, der Soldaten malte.
Alle waren sie heroisch, und der Gute
malte sie auf dem Schlachtfeld,
wie sie mit Vergnügen starben.
Auch realistische Kühe malte er
und sie waren so über alle Maßen Kuh.
daß man melancholisch wurde
und geneigt, für allezeit wiederzukäuen.
Greuel und Entsetzen! Ich las Romane,
unendlich rechtschaffene,
und so viele Verse über
den ersten Mai,
daß ich jetzt nur noch über den 2. dieses Monats schreibe.
Wie es scheint, tritt
der Mensch die Landschaft zu Boden,
und die Landstraße, die zuvor Himmel hatte,
drückt jetzt uns nieder
mit ihrer kommerziellen Hartnäckigkeit.
Also pflegt sie vorbeizuziehn mit der Schönheit,
also wollten wir diese nicht kaufen
und einpacken nach ihrem Geschmack und auf ihre Art.
Man sollte es zulassen, daß die Schönheit
mit den unmöglichsten Galanen tanzt,
bei Tag und bei Nacht:
nötigen wir sie nicht, die Pille der Wahrheit
einzunehmen als eine Medizin.
Und das Reale? Ebenfalls, da besteht kein Zweifel,
doch es soll uns steigern,
soll uns größer machen, uns kaltblütig machen,
soll uns druckfertig machen
des Brotes Geheiß sowohl wie das der Seele.
Säusle! befehl ich
dem reinen Wald,
auf daß er heimlich sein Geheimnis nenne,
und zur Wahrheit: Halte dich nicht so zurück,
bis du zur Lüge dich erhärtest.
Ich bin nicht Chef von irgendwas, ich dirigiere nicht,
und somit häufe ich an
die Irrtümer meines Gesanges.
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