XIII Die Menschen
Weit, weit sind wir gefahren,
steinerne Augenhöhlen zu verstehn,
erloschne Augen, die dennoch blicken,
große Gesichter, zur Ewigkeit bestimmt.
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XXI Die Menschen
Ich aus den Wäldern, Eisenbahnen im Winter,
ich, der Bewahrer jenes Winters,
des Drecks,
in einer Straße, altersschwach und elend,
obskurer Dichter ich empfing den Kuß aus Stein auf meiner Stirn,
und meine Betrübnisse waren geläutert.
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Garten im Winter
Jardín de invierno (1974, posthum)
Ein Hund ist gestorben
Mein Hund ist gestorben.
Ich begrub ihn im Garten
neben einer alten verrosteten Maschine.
Dort, nicht weiter unten,
nicht weiter oben,
wird er sich einmal mit mir vereinen.
Jetzt ist er weg, mit seiner Haarfarbe,
seiner üblen Erziehung, seiner kühlen Nase.
Und ich, Materialist, der nicht daran glaubt,
daß es den verheißenen himmlischen Himmel
für irgendeinen Menschen gibt,
glaube für diesen Hund oder für jeden Hund
an den Himmel, ja, ich glaube an einen Himmel,
in den ich nicht komme, doch wo er mich erwartet,
seinen Fächerschwanz schwenkend,
damit es mir bei der Ankunft nicht an Freundschaft fehle.
Ach, ich will nicht von der Traurigkeit reden,
daß ich ihn hier auf Erden nicht mehr
zum Gefährten habe,
ihn, der mir niemals ein Diener gewesen ist.
Er hegte für mich eine Igelfreundschaft,
die seine Unabhängigkeit wahrte,
die Freundschaft eines selbständigen Sterns,
ohne überflüssige Vertraulichkeit,
ohne Übertreibungen:
Er sprang nicht an meiner Kleidung empor,
bedeckte mich nicht mit Haaren und Schorf,
er rieb sich nicht an meinem Knie,
wie es andere, geschlechtsbesessene Hunde tun.
Nein, mein Hund schaute mich an,
schenkte mir die Aufmerksamkeit, die ich brauche,
soviel Aufmerksamkeit, wie nötig ist,
um einen Eitlen begreifen zu lassen,
daß er, als Hund,
mit diesen Augen, reiner als die meinen,
die Zeit verlor, doch er schaute mich an
mit dem Blick, der sein ganzes
zotteliges Leben für mich bereithielt,
sein verschwiegenes Leben,
dicht bei mir, ohne mich je zu belästigen
und ohne irgendwas von mir zu verlangen.
Ach, wie oft wünschte ich mir einen Schwanz,
wenn ich neben ihm ging an die Ufer
der See, im Winter von Isla Negra,
in der großen Einsamkeit: droben die Luft
durchschossen von eisigen Vögeln,
und hüpfend mein Hund, struppig, erfüllt
von der wellenwerfenden Kraft elektrischer
Meeresspannung,
mein streunender, schnupperseliger Hund,
hissend den goldenen Schweif
im Anblick des Ozeans und seines Gischts.
Fröhlich, fröhlich, fröhlich
wie Hunde glücklich sein können,
einfach so, mit der Unumschränktheit
unverschämter Natur.
Kein Adieu für meinen Hund, der gestorben ist.
Zwischen uns gibt es und gab´s keine Lüge.
Er ist weg und ich begrub ihn, und das war alles.
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Gut denn, ich bin nicht umgekehrt, leide nicht mehr
an unterlassener Umkehr, der Sand hat sich entschieden,
und, Teil der Brandung, der Überfahrt auch ich,
Silbe aus Salz und Laus im Wasser,
hab ich, ein Fürst und Knecht zugleich der Küste,
mich ergeben und an meinen Fels geschmiedet.
Kein freier Wille ist für uns, die wir
Bruchstücke sind des Staunens,
kein Ausweg ist aus dieser Umkehr
zu uns selber, zu unserem eigenen Stein,
Es ist kein ander Stern mehr als das Meer.
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